König Friedrich

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König Friedrich III. wurde 1289 geboren und war ein Enkel von Rudolf I. von Habsburg. Er war mit Isabella von Aragón verheiratet. Nach einem Thronstreit mit Ludwig IV. kam es zu dem in der deutschen Königs- und Kaisergeschichte einmaligen Vertrag, dass beide den Titel „Römischer König“ führen durften. Friedrich zog sich jedoch von der Politik nach Gutenstein zurück, das er 1321 zum Markt erhob. Friedrich und Isabella fühlten sich Gutenstein immer sehr verbunden. Friedrich starb 1330 in der Burg Gutenstein, Isabella nur wenige Wochen danach. Der Beiname Friedrichs, „der Schöne“, wurde erst im 16. Jhdt. geprägt.

Friedrich war ein Enkel Rudolf I. von Habsburg und wurde 1289 geboren. Er übernahm 1306 die Verwaltung der habsburgischen Länder und heiratete 1314 die neapolitanische Prinzessin Isabella (auch Elisabeth genannt) von Aragón. Im selben Jahr kam es in Deutschland nach dem Tod Kaiser Heinrich VII. von Luxemburg zum Thronstreit und zur Doppelwahl. Da das Königswahlrecht noch nicht eindeutig geregelt war, wählte ein Teil der Kurfürsten den Habsburger Friedrich zum römisch-deutschen König (Friedrich III.), die andere Gruppe den Wittelsbacher Ludwig von Oberbayern (Ludwig IV.). In der Folge konnte keine der beiden Parteien die allgemeine Anerkennung erringen, bis es 1322 bei Mühldorf am Inn zur Schlacht kam, die der Bayer für sich entschied. Friedrich geriet in Gefangenschaft und wurde auf die Burg Trausnitz bei Landshut gebracht. Schließlich erklärte sich Friedrich bereit, auf sein Königtum zu verzichten, mußte aber dazu die Zustimmung seiner Brüder einholen. Als die ihm diese verweigerten, kehrte Friedrich freiwillig in die Haft zurück. Die von Friedrich gezeigte Treue zum gegebenen Wort bewog König Ludwig, mit Friedrich einen in der deutschen Königs- und Kaisergeschichte einmaligen Vertrag abzuschließen: Ludwig und Friedrich würden fortan gemeinsam den Titel "Römischer König" führen. Friedrich trat jedoch als Politiker nicht mehr in Erscheinung und zog sich nach Gutenstein zurück, das er am 18. Juni 1321 zum Markt erhoben hatte.

Am 13.01.1330 starb Friedrich in der Burg Gutenstein und wurde auf seinen Wunsch in der von ihm begründeten Kartause Mauerbach im Wienerwald bestattet. Nach der Aufhebung des Klosters unter Kaiser Joseph II. wurden die Gebeine des Stifters in die Herzogsgruft im Wiener Stephansdom übertragen. Der Beiname Friedrichs, "der Schöne", ist nicht zeitgenössisch und wurde erst im 16.Jh. geprägt.

Auch Isabella von Aragón (auch Elisabeth von Aragón genannt), die Gemahlin Friedrichs, fühlte sich Gutenstein sehr verbunden. Sie war eine große Verehrerin der heiligen Katharina (an ihrem Festtag, dem 25. November, war Friedrich zum König gekrönt worden) und widmete ihr die Kapelle im Turm der Burg. Elisabeth starb schon wenige Wochen nach Friedrich, am 25.03.1330 in Wien, und wurde in der Krypta der Minoritenkirche beigesetzt. Das Tympanonrelief des Nordportals zeigt sie und ihren Gemahl als Stifterfiguren. Ein Abguss davon befindet sich an der Westseite des Gemeindeamtes (Hauptstrasse 15).