Raimundmuseum

In dem Haus an der Haupstraße 21 in dem heute die Raimund Gedenkstätte untergebracht ist, hat Ferdinand Raimund in der ersten Zeit seiner Besuche in Gutenstein oftmals gewohnt. Die Gedenkstätte wurde am 25. September 1983 eröffnet. Sie zeigt in vier Räumen Raimunds Umgebung, sein Leben und Wirken in Form von Theaterzetteln, Aquarellen, Literatur und Fotografien. Auch Raimunds Bett und sogar eine Haarlocke des berühmten Dichters sind ausgestellt.

Diesem kleinen ländlichen Raimund-Museum sollte man unbedingt einen Besuch abstatten. Der erste Raum ist der Umgebung Raimunds gewidmet. Aquarelle und Literatur beschreiben die Landschaft Gutensteins. Ankündigungszettel und Programme berichten über das Wirken der Raimundgesellschaft, die Hofrat Dr. Gustav Pichler gegründet hat und deren Präsident nun Prof. Dr. Heinrich Kraus ist. In einer Vitrine ist unter anderem der Hobel ausgestellt, mit dem sich Alexander Girardi als Valentin drei Wochen vor seinem Tod (1918) in Pilsen von seinem Publikum verabschiedet hat. Auch Raimunds letzter Auftritt als Valentin, am 1. Mai 1836 in Hamburg, ist durch den Theaterzettel dokumentiert. Eine Theaterhandschrift Therese Krones’ („Sylphide, das Seefräulein“) und eigenhändige Briefe Raimunds sind die wichtigsten Objekte.

An den Wänden des zweiten Raums befinden sich die Entwürfe (Kartons) für die Wandmalereien im Schloß Kogl im Attergau, die der bekannte Wiener Maler und Bildhauer Josef Engelhart vor dem 1. Weltkrieg geschaffen hat. Motive sind Szenen aus den Zaubermärchen „Der Verschwender“, „Die gefesselte Phantasie“, „Die unheilbringende Krone“, „Der Bauer als Millionär“, „Der Barometermacher auf der Zauberinsel“ und „Der Diamant des Geister-königs“. Josef Engelhart (1864–1941) war 1897 einer der Begründer der Wiener Secession.

Theaterzettel, Fotos und nicht zuletzt die kolorierten Stiche des Aquarellmalers Johann Christian Schoeller dokumentieren das dramatische Werk Ferdinand Raimunds. Schoeller (1786–1851) lieferte von 1826 bis 1836 die Entwürfe zu den farbigen Szenenbildern von den wichtigsten Aufführungen der fünf Bühnen Wiens, die regelmäßig als Beilagen in der von Adolf Bäuerle herausgegebenen „Wiener allgemeinen Theaterzeitung“ erschienen – und heute schon als Raritäten gelten.

Im dritten Raum ist vor allem Raimunds Bett bemerkenswert, das über viele Umwege hier seinen rechten Platz gefunden hat, sowie eine Haarlocke Raimunds, die Dr. Karl Glossy von Toni Wagner erhalten hatte.

Eine Fotografie aus dem Jahre 1902 zeigt die Umbettung der Gebeine des Dichters in einen Zinnsarg. Die Gedenkrede hielt Dr. Rudolf Tyrolt, der erste Valentin-Darsteller des Burgtheaters, der übrigens ebenfalls auf dem Friedhof von Gutenstein begraben liegt.

Der vierte Raum enthält Guckkästen bzw. Diarien der Theaterstücke Ferdinand Raimunds, gestaltet nach den Stichen aus Bäuerles „Theaterzeitung“, von Anton Lehner. Abschließend sei noch neben diversen Gedenkobjekten (Münzen, Medaillen usw.) auf die fast vollständig hier gesammelte Literatur über Ferdinand Raimund hingewiesen.

Eröffnet wurde die Raimund-Gedenkstätte am 25. September 1983 mit einer Lesung des Einakters „In Gutenstein“ von Carl Karlweis, an der Inge Konradi, Carlo Böhm, Hans Holt, Peter Hey, Ernst Meister, Stephan Paryla und Josef Meinrad mitwirkten.

Im Haus Hauptstraße 21, in dem heute die Gedenkstätte untergebracht ist, hat Raimund in der ersten Zeit seiner Besuche in Gutenstein oftmals gewohnt.

Adresse: Hauptstrasse 21

Öffnungszeiten: von Mai - September, Samstag, Sonntag und Feiertag von 10-12 und 14-17 Uhr

und gegen Voranmeldung - Tel. 02634/7509 (Frau Merkle Regina)

Raimund-Sitz

Von der Wallfahrtskirche am Mariahilfberg führt ein gut beschilderter Steig entlang der Kreuzwegstationen zum „Raimund-Sitz“. Diesen Weg soll Raimund oft gegangen sein und am 1. Mai 1827 soll er an diesem Aussichtspunkt sein Gedicht „An Gutenstein“ verfaßt haben.